Was denn nun: Beton oder Grün?

Das meint der NABU Berlin in einer Presseerklärung:

"Es mutet an wie ein Schildbürgerstreich: Erst vorgestern gab die Senatorin Günther den Startschuss für die Erarbeitung einer Charta für das Berliner Stadtgrün: Für die Sicherung von Lebensqualität und Lebensräumen für Mensch und Tier in der wachsenden Stadt, so hieß es. Heute, zwei Tage später, kündigt Senatorin Lompscher ein Handlungsprogramm für beschleunigtes Bauen an, welches den Naturschutz hauptsächlich als Bauhindernis sieht. Die Belange grüner Infrastruktur werden weitgehend ignoriert.

Fast reflexartig wird immer, wenn es um beschleunigtes Bauen geht, als Erstes der Naturschutz als Hemmnis ausgemacht. So soll nun die Baumschutzverordnung geändert und das Fällen von Bäumen bereits dann genehmigt werden, wenn ein Bauvorhaben nur planungsrechtlich zulässig ist. Auch das Fällen und radikale Zurückschneiden von Bäumen für den Dachetagenausbau und die Waldumwandlung auf Sukzessionsflächen sollen im Zuge des Handlungsprogramms erleichtern werden.

 

Statt gegen steigende Mieten vorzugehen, wird in dem Papier vorgeschlagen, jede noch so kleine Splitterfläche für den Wohnungsbau zu nutzen. Um mehr Bauflächen zu erschließen, sollen sogar Friedhofsflächen, ungenutzte Flächen der sozialen Infrastruktur wie Krankenhäuser, Schulen oder Universitäten bebaut werden können. Diese Flächen sind jedoch nicht „ungenutzt“ sie dienen der Erholung, dem Naturschutz und der sozialen Infrastruktur und werden in einer Großstadt wie Berlin dringend benötigt."